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30 Stunden Ausbildungsdienst in Braunschweig

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Am 5.10.2013 führte die Ortsfeuerwehr Hambühren einen Ausbildungsdienst der besonderen Art durch. Um 11:30 Uhr starteten 11 Einsatzkräfte mit MTW + Anhänger, TSF-W und TLF 2000 in Richtung Braunschweig um dort gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr Rühme den Ausbildungsstand zu verbessern und die Kameradschaft zu festigen.

Nach dem Eintreffen im Stadtteil Rühme, wurden unsere Kameraden vom stellvertretenden Ortsbrandmeister Detlef Maushake  begrüßt und es wurde durch ihn die Stadt Braunschweig mit seiner Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr kurz vorgestellt. Danach fuhren beide Feuerwehren in die Physikalisch-Technische Bundesanstalt nach Braunschweig-Watenbüttel um bei der dortigen Werkfeuerwehr Station zu machen. Nach der Besichtigung der Wache und des Fuhrparks wurde schnell klar, welche Art von Ausbildung dort stattfinden sollte. Die erste Alarmierung rief die Hambührener und Braunschweiger Feuerwehrleute zu einem Gefahrgutunfall auf dem Gelände der PTB, dort lief aus einem Tankfahrzeug Salzsäure aus. Eine bewusstlose Person musste unter schwerem Atemschutz aus dem Fahrzeug gerettet werden. Die Salzsäuredämpfe wurden mit Wasser niedergeschlagen und die Säure so verdünnt. Anschließend wurde die Leckage abgedichtet. Im Anschluss an diese erste Übung ging es wieder zurück in die Wache der Werkfeuerwehr wo bei Kaffee und Kuchen ein Vortrag über Strahlenschutz und den Transport von radioaktiven Stoffen absolviert wurde.

Nach dieser hoch interessanten Ausbildungseinheit ging es zurück in den Stadtteil Rühme. Die nächste Alarmierung ließ auch nicht lange auf sich warten: „Kellerbrand in einem mehrgeschossigem Studentenwohnheim“ lautete die Meldung aus den altbekannten analogen Funkmeldeempfängern, es wurden 15 Personen in einer Kellerbar vermisst, wo bis vor kurzem offenbar eine Party stattgefunden hatte.  Unter den Augen des stellvertretenden Stadtbrandmeisters aus Braunschweig, wurde auch diese Übung Hand in Hand mit den Rühmer Kräften abgearbeitet. Besonders ein eingespielter Atemschutznotfall mit einem verunglückten Kameraden verlangte uns alles ab.  Im Anschluss an diese anstrengende Übung luden uns die Studenten zu Bratwurst und Getränken auf den Hinterhof ein.  Detlef Maushake führte parallel dazu noch eine Übungseinheit „Umgang mit Handfeuerlöschern“ speziell für die Studenten durch, die dankenswerter Weise für uns die „Vermissten Personen“ gemimt hatten.

Nach diesem anstrengendem Einsatz war „Chillen“ im Feuerwehrhaus angesagt, dort wurde der Boxkampf von Wladimir Klitschko verfolgt und erst einmal regeneriert. Zu später Stunde piepten noch einmal die Meldeempfänger: „Personenrettung von einem Hafenkran“ lautete das Stichwort. Eine junge Frau hatte sich nach einer „Mutprobe“ auf einem Kran im Braunschweiger Hafen verstiegen und traute sich nun nicht mehr zurück. Die Person musste aus ca. 20 m Höhe mit Hilfe von Feuerwehrleinen, Haltegurten und unter Betreuung durch die Einsatzkräfte wieder zurück zur Erde gebracht werden. Die Einsatzstelle wurde mit Hilfe der Lichtmasten unserer Löschfahrzeuge ausgeleuchtet. Nachdem diese Übung beendet war, beschlossen wir zum gemütlichen Teil überzugehen und führten noch bis tief in die Nacht viele nette Gespräche. Die Chemie zwischen unseren Wehren stimmt!

Nach einem reichhaltigen Frühstück lautete das erste Alarmstichwort des Tages “Scherbenhaufen nach Verkehrsunfall im Stadtteil Veltenhof beseitigen“. Die Lage vor Ort stellte sich anders dar als gemeldet. In einem VW Golf befanden sich vier verletzte Personen, eine davon war an den Beinen eingeklemmt und so wurde hydraulisches Rettungsgerät angefordert. Die Ortsfeuerwehr Bienrode rückte mit dem HLF an und lieferte das benötigte Spezialgerät. Mit Rettungsspreizer, Rettungsschere und Hydraulikzylinder wurde die eingeklemmte Person schließlich schonend befreit und der Johanniter Unfallhilfe Braunschweig übergeben. Auch hier arbeiteten Braunschweiger und Hambührener Kräfte wieder konzentriert Hand in Hand. Im Anschluss hatten alle Feuerwehrleute aus Braunschweig und Hambühren die Gelegenheit, intensiv mit den Hydraulischen Rettungsgeräten zu üben und Schnitttechniken an der karosserie des PKW auszuprobieren. Auch andere wichtige Maßnahmen wie die richtige Fahrzeugaufstellung, Verletztenversorgung und Basismaßnahmen wie Stabilisierung des Unfallfahrzeuges, Brandschutzmaßnahmen, sowie die Absicherung der Einsatzstelle waren Thema dieser Ausbildungseinheit.

Nachdem beide Einheiten wieder am Feuerwehrhaus in Rühme eingetroffen waren, wurden wir kurz darauf zu einer Personensuche am Rande einer Kleingartenkolonie entlang der A2 alarmiert. Eine fünfköpfige Wandergruppe, welche aus Kindern und Jugendlichen bestand wurde vermisst gemeldet. Nach kurzer Suche zu Fuß abseits der Wege wurde die Gruppe auf einer kleinen Insel in einem Teich ausgemacht. Ihr eigenes Boot war gesunken und die Kinder haben sich auf die Insel gerettet. Nachdem mit Hilfe des GW L2 der Feuerwehr Rühme ein Schlauchboot geliefert wurde, konnte die Gruppe mit vereinten Kräften von der Insel geholt werden.

Besonderen Anklang fand das anschließende Mittagessen:

Die Mutter von Dimi, einem Kameraden aus Rühme, ließ es sich nicht nehmen die gesamte Mannschaft zu bekochen. Es gab frittierte Schnitzel „satt“ und Rahmsoße mit Nudeln und Salat. Das Essen war so lecker, dass der Trend eindeutig zum „Drittschnitzel“ ging. Besonders die Rahmsoße mit Pilzen hat ihren Namen verdient, Kalorienzähler wären vermutlich weggelaufen. Es war so lecker !!! Vielen Dank auch an dieser Stelle nochmal an unsere Gastgeber die sich in Sachen Verpflegung „ein Bein für uns ausgerissen haben“.

Die letzte Übung des Tages fand nach erfolgter Stärkung ebenfalls in Rühme statt. Auf einem alten Bauernhof war es in einem Gebäudeteil zu einem Brand gekommen. Eine Person wurde vermisst. Während der Angriffstrupp die Menschenrettung durchführte, stieß er auf dem Dachboden auf Fässer mit Gefahrgut und musste den darin gelagerten Stoff identifizieren. Nach erfolgter Menschenrettung  begann die Brandbekämpfung und auch hier wurde wieder ein Atemschutznotfall durch die Übungsleitung eingespielt. Diese Extremsituationen müssen immer wieder trainiert werden, damit im Ernstfall verunglückte Einsatzkräfte schnell und sicher gerettet werden können.

Nach einer ausführlichen sehr offenen Übungsbesprechung wurde alles für die Heimfahrt vorbereitet. Nach einem Gruppenfoto wurde sich sehr herzlich verabschiedet und die einstündige Fahrt nach Hambühren angetreten. Müde aber zufrieden und mit neuem Wissen ausgestattet wurde am Standort die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt. Im nächsten Jahr wird wieder eine solche Veranstaltung stattfinden, dann wie bereits 2012 erfolgt, in der Gemeinde Hambühren.

Carsten Kranz
(Ortsbrandmeister)

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